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Junge Akademie Schweiz JAS
Compassionate Science: Wie Empathie und Mitgefühl die Forschung verändern
Wissenschaftliche Forschung orientiert sich seit jeher an Objektivität, methodischer Sorgfalt und messbaren Ergebnissen. Eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Arbeiten zeigt jedoch, dass diese Werte nicht im Widerspruch zu Beziehungen, ethischer Verantwortung und der Aufmerksamkeit gegenüber den Menschen und Gemeinschaften stehen müssen, denen die Forschung dienen soll. Das Projekt “Compassionate Science” der Jungen Akademie Schweiz wurde lanciert, um diese Lücke zu schliessen und zum Nachdenken darüber anzuregen, wie Empathie und Mitgefühl unabhängig von der Disziplin sinnvoll in die Forschungspraxis eingebunden werden können. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, die Veröffentlichung unseres Berichts «Compassionate Science» sowie der dazugehörigen Interviewserie bekannt zu geben.

Die Veröffentlichung umfasst zwei sich ergänzende Teile:
Einen Bericht, der eine Synthese der wissenschaftlichen Literatur zu empathischer Forschung mit konkreten Beispielen und Sichtweisen junger Forschender verbindet.
Eine Reihe von Kurzvideos mit sieben Nachwuchsforschenden, die in eigenen Worten schildern, wie Empathie und Mitgefühl ihre wissenschaftliche Praxis prägen.
Was der Bericht zeigt
Gestützt auf eine Literaturübersicht und neun illustrative Fallbeispiele zeigt der Bericht, dass Empathie und Mitgefühl keine abstrakten Ideale sind, sondern praktische Werkzeuge, die Forschungsdesign, Beziehungen zu Teilnehmenden, Dateninterpretation und auch die Wissensvermittlung beeinflussen. Über verschiedene Fachgebiete hinweg stärkt die Integration dieser Dimensionen das Vertrauen, vertieft das Verständnis, verbessert die Zusammenarbeit und fördert die ethische Reflexionsfähigkeit, ohne die wissenschaftliche Rigorosität zu schwächen.
Zentrale Erkenntnisse:
Empathie und Mitgefühl prägen alle Phasen der Forschung.
Mitgefühl stärkt Vertrauen, Reflexionsfähigkeit und Relevanz.
Partizipative Ansätze verändern Machtverhältnisse in der Forschung.
Emotionale und ethische Kompetenzen sind disziplinübergreifend bedeutsam.
Institutionelle Unterstützung ist notwendig, um solche Praktiken zu verankern.
Der Bericht benennt auch offen die Herausforderungen, die noch bestehen: Empathie und Mitgefühl sind nicht immer klar definiert oder messbar, disziplinäre Normen unterscheiden sich stark, und institutionelle Strukturen honorieren relationale oder partizipative Arbeit bisher selten. Mehr begriffliche Klarheit, Weiterbildung und strukturelle Unterstützung sind deshalb nötig, um mitfühlende Forschungspraktiken langfristig zu verankern.
Die Forschenden im Porträt
Neben dem Bericht veröffentlichen wir zudem eine Reihe von Kurzvideos mit sieben Forschenden, die Mitgefühl in ihre Arbeit integrieren – von partizipativer Forschung gegen epistemische Ungerechtigkeit über mitfühlende Nachbarschaften für Menschen mit schweren Erkrankungen bis hin zu nicht-invasiven Methoden in der Wildtierforschung. Mit: Louise D'Eer (Universität Gent), Stéphane Huber (Fachhochschule Westschweiz HES-SO), Cherry-Ann Morgan (Zürcher Hochschule der Künste ZHdK), Paolo Martinelli (Universität Lausanne), Miriam Zemanova (Universität Freiburg), Sofia Savinelli (Universitätsspital Waadt CHUV, Lausanne), Shona Loong (Geneva Graduate Institute IHEID)
Trailer
Wir laden Sie herzlich ein, den Bericht zu lesen, die Interviews anzuschauen und Ihre eigenen Überlegungen zu mitfühlender Forschung in Ihren Netzwerken zu teilen. Gemeinsam möchten wir einen breiteren Dialog innerhalb der akademischen Gemeinschaft und darüber hinaus anstossen – darüber, wie Mitgefühl und Empathie die Art und Weise stärken können, wie wir Forschung betreiben und vermitteln.
